Mama sein und selbstständig bleiben

Seit ich Mama geworden bin, denke ich viel darüber nach, wie sich mein Leben verändert hat – und vor allem, wie sich meine Arbeit verändert hat.

Vorher war mein Alltag als Selbstständige geprägt von Tempo, Energie und manchmal auch von diesem Gefühl, dass man immer noch ein bisschen mehr schaffen könnte. Noch eine E-Mail. Noch ein Konzept. Noch ein Projekt.

Heute sieht mein Alltag anders aus.

Die meisten Stunden meines Tages gehören meinem Baby. Und das ist auch genau so, wie ich es möchte. Ich will präsent sein. Ich will die kleinen Momente sehen.

Menschen fragen mich manchmal, wie das funktioniert: Selbstständig sein, ein Business führen und gleichzeitig ein Baby haben.

Die ehrliche Antwort ist: Es ist nicht immer einfach.

Früher konnte ich einen ganzen Tag durcharbeiten. Meetings planen, Konzepte schreiben, Shootings vorbereiten. Ich konnte mich mehrere Stunden am Stück in ein Projekt vertiefen bis spät in die Nacht. Wenn ich daran zurück denke, fühlt es sich an wie ein anderes Leben. Heute muss alles anders organisiert werden.

Diese Zeit mit meinem Baby ist kostbar und kommt nie wieder zurück. Deshalb habe ich angefangen, meine Arbeit neu zu strukturieren.

Zeitblöcke statt „ich arbeite, wenn ich Zeit habe“

Montagabend z.B. habe ich mir zwei Stunden im Kalender blockiert. Das ist meine feste Arbeitszeit geworden und in der Zeit übernimmt Goy die kleine.

Manchmal klappt es. Manchmal auch nicht. Aber dieser Blocker im Kalender bleibt trotzdem dort stehen als kleines Versprechen an mich selbst und eine Erinnerung daran, dass auch meine Arbeit weiterhin Teil meines Lebens ist.

Arbeit nach Energie statt nach Uhrzeit

Mit einem Baby sind Tage selten planbar. Deshalb frage ich mich oft nicht mehr: Wann habe ich Zeit? sondern eher: Wie viel Energie habe ich gerade?

Wenn ich merke, ich habe einen klaren Kopf, schreibe ich Konzepte oder Texte am Handy. Wenn ich weniger Energie habe, beantworte ich E-Mails oder erledige organisatorische Dinge. Die Arbeit passt sich meinem Tag an, nicht umgekehrt.

Asynchrone Kommunikation

Auch Kommunikation funktioniert inzwischen anders. Früher war ich in so vielen Meetings involviert. Heute versuche ich so viel wie möglich asynchron zu arbeiten. Sprachnachrichten, E-Mails oder kurze Videos ersetzen oft Termine.

Das gibt mir die Freiheit, Dinge dann zu erledigen, wenn mein Baby schläft oder wenn gerade ein ruhiger Moment entsteht.

Micro Work akzeptieren

Eine weitere Sache, die ich lernen musste: Arbeit muss nicht immer mehrere Stunden am Stück stattfinden. Manchmal sind es 20 Minuten. Manchmal nur 5.

Eine E-Mail beantworten. Eine Idee notieren. Ein Konzept weiterdenken.Früher hätte ich gedacht, das reicht nicht. Heute weiß ich: Über den Tag und über die Woche entsteht trotzdem Fortschritt. Diese kleinen Veränderungen machen einen großen Unterschied.

Und vielleicht ist das auch eine wichtige Erkenntnis dieser Zeit: Arbeit muss nicht immer im gleichen Tempo stattfinden wie früher. Sie darf sich verändern.

Man darf langsamer werden. Man darf Prioritäten verschieben. Man darf neue Wege finden.

Ich glaube, viele selbstständige Mütter entdecken genau in dieser Phase etwas sehr Wertvolles: Man wird klarer darin, was wirklich wichtig ist. Welche Projekte man machen möchte. Mit welchen Menschen man arbeiten möchte.

Die Arbeit wird vielleicht weniger – aber oft auch viel bewusster. Im Moment bin ich vor allem eines: Mama. Und danach kommt alles andere.


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